10 Mythen über die perfekte Frau und/oder Mutter – ein (nur leicht) satirischer Überblick  Teil 1

 

Ein paar Worte vorweg:

In dieser neuen Serie werfe ich einen Blick auf einige gängige Mythen und Klischees, denen sich die Frauen dieser Welt immer wieder ausgesetzt sehen. Vielleicht nicht offen ausgesprochen, aber zwischen den Zeilen scheint eine oder mehrere dieser irrigen Annahmen doch ziemlich häufig durch. Mein Ziel ist es, diese Mythen zu hinterfragen und uns allen damit ein bisschen Speicherplatz im Hirn freizuputzen. Sich stets selbst anzuzweifeln kostet nämlich ungeahnte Energien und Konzentration. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen meiner Leser (liebe Geschlechtsgenossinnen, fühlt euch bitte eingeschlossen! ;-)) beim Projekt „Seelenfrieden“ und wenn es euch zur Rebellion gegen derlei Vorurteile animiert – nur zu!

Dieses Thema ist mir sehr wichtig und ich nehme es deshalb auch sehr ernst. Dass ich dennoch so manches Körnchen Humor und Heiterkeit darin verbuddele, dient vor allem dazu, der Sache die Schwere und Ernsthaftigkeit zu nehmen. Seien wir ehrlich: das Leben ist noch schwierig genug!

 

Hier nun also 10 der hartnäckigsten Mythen über „die perfekte Frau“.

1. Du bist stets auf alle Lebenslagen und auf noch so abwegige Eventualitäten vorbereitet

 

Vor lauter Planung vergeht das Leben! Auch wenn es noch so furchteinflößend klingt, manche Dinge muss man einfach laufen lassen. In der überwiegenden Zahl der Fälle wird es dich nicht den Kopf kosten.

Nein, das bezieht sich nicht auf vernünftige Vorkehrungen wie z.B. Sicherheitsgurt, Versicherungen oder den Gesundheitscheck beim Arzt. Hier ist die Rede von dem „Alles-mitnehmen-für-den-Fall-der Fälle“-Syndrom, das so vielen von uns den Tag und oft genug auch die Nacht in Form von Grübeleien versaut. Wenn z.B. eine simple Tätigkeit wie sich für den Wocheneinkauf zu wappnen in ein mehrstündiges, schweißtreibendes Unterfangen ausartet, ist die Grenze definitiv überschritten. Wie kann man diese Angst vor dem Kontrollverlust nun loswerden? Ich schreibe in den nächsten Tagen einige Artikel dazu, also dranbleiben!

 

2. Du bist stets makellos gekleidet, mit Make-up, Frisur, Schuhen und Schmuck aufeinander abgestimmt

Perfektionismus lähmt ungemein! Natürlich ist es hilfreich, ein Ideal im Hinterkopf zu haben und auch darauf hin zu arbeiten, aber nichts und niemand kann, ja soll, perfekt sein.

Wir sind nicht Mutter Natur, die hat das mit der Perfektion noch am ehesten hinbekommen. Für Menschen gelten da entspanntere Maßstäbe, etwa ob wir selbst glücklich sind oder jemanden mit unserem Verhalten Schaden zufügen. Ist das nicht der Fall? Prima, dann ist es gut genug.

 

3. Du wirst stets von Männern umworben und genießt diese charmante Form von Aufmerksamkeit

 

Dieser Mythos ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen setzt er all diejenigen Frauen herab,

die nicht so model-mäßig perfekt aussehen, dass ihnen die Männer der Welt reihenweise zu Füßen liegen (noch so ein Klischee;-) ) und denen es schon reichen würde, wenn sie jemand überhaupt mal nett ansehen oder einfach nur positiv zur Kenntnis nehmen würde. Ich selbst habe einen Großteil meines Lebens damit verbracht, als Mauerblümchen im Schatten zu stehen und weiß nur zu gut, wie fies dieses Gefühl ist, ständig unsichtbar zu sein. Nicht schön, gar nicht schön.

 

Zum anderen bagatellisiert er viele Formen von sexueller Belästigung, die so manche Frau

im Alltag erlebt. Beschwert sie sich über anzügliche Blicke, obszöne Sprüche oder dreiste

Grabscher, so heißt es von Seiten der Angreifer schnell mal, es sei doch ein Kompliment,

die Frau sei halt gutaussehend und solle sich mal nicht so anstellen. Nein, hier geht es nicht um

Attraktivität. Bei Belästigung und allen anderen Formen von sexueller Gewalt geht es um

Macht. Jemand will sich über dich stellen, sich selbst größer machen und dazu macht er dich

runter und erniedrigt dich. Teilweise wird das von den Medien noch gefördert – siehe Fifty

Shades of Gray und andere Unterwerfungsklischees. Nicht jede Frau möchte gejagt werden wie

Freiwild und sich (freiwillig) zu unterwerfen sollte immer noch eine einvernehmliche Angelegenheit sein.

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