10 Mythen über die perfekte Frau - ein nur leicht satirischer Überblick, Teil 3

8. Erst eine verheiratete Frau mit Kind ist eine RICHTIGE Frau.

- oder -

9. Eine alleinstehende, berufstätige und kinderlose Frau, das geht ja gar nicht!

- oft auch eingebaut in der Frage:

10. Wo bleibt denn der Nachwuchs!?!

 

Den besten, oder nach Ansicht der betroffenen Frauen eher den schlimmsten Teil, heben wir uns für den heutigen Artikel auf. Es sind drei Mythen, die aber alle um dasselbe Kernthema kreisen - die Sache mit der Fortpflanzung.

Während es mittlerweile relativ akzeptiert ist, dass nicht jede Frau den Bilderbuch-Lebensentwurf aus den 50ern mag (Mann, 2 Kinder, Haus und weißer Gartenzaun), sondern dass Kinder eben auch ohne Trauschein kommen und dennoch prächtig gedeihen können...so wird es ausgesprochen schwierig, wenn man sich nicht nur den "geordneten Verhältnissen", siehe oben, sondern gleich der Fortpflanzung komplett verweigert. So manche - eigentlich liberalen - Familien fangen ab einem gewissen Alter an, bewußt oder unbewußt auf die nächste Generation zu hoffen. Zu bibbern. ZU DRÄNGEN. Bisweilen artet das fast schon in Bestechungsversuche aus, doch auch wenn sich so eine Situation für Außenstehende möglicherweise amüsant liest - für all diejenigen, die mitten in der "Ich will aber keine Kinder, grundsätzlich nicht!"- Kontroverse stecken, ist es längst nicht so unterhaltsam.

Doch es bleibt die Frage: woher kommt dieser Mythos und warum ist er so penetrant?

 

Die Herkunft ist, mit Blick auf die Menschheitsgeschichte, recht schnell geklärt: Wo keine Kinder, da keine Zukunft. In der Zeit der Frühmenschen waren wir aber auch noch viel weniger. Nichts von Überbevölkerung zu spüren. Sobald man Kinder hatte, war man locker zwei Jahrzehnte damit beschäftigt, sie zu füttern, gesund zu halten und mit viel Glück hatte man hinterher einen oder mehrere Erwachsene zustande gebracht. Wenn man zu dem Zeitpunkt dann noch etwas Lebenszeit übrig hatte - das war lange Zeit nicht selbstverständlich! - , erlebte man bald, wie sich die eigenen Gene wiederum in den Enkeln erhielten. Mehr Menschen, mehr Arbeitskräfte, bessere Überlebenschancen.

Kinder = Leben. Aha! Das erklärt die Sehnsucht der meisten Leute nach Kindern, und deren Kindern.

 

Mittlerweile allerdings ist es zum Überleben längst nicht mehr nötig, Kinder zu haben, sich "fest zu binden" .Auch die Ehe war immerhin bis vor wenigen Jahrzehnten eine Art Vertrag zum beidseitigen Nutzen, mehr als Sympathie oder Kooperationsbereitschaft waren nicht zwingend erforderlich!

Doch was sind ein paar Jahrzehnte im Vergleich zu vielen Jahrtausenden? Recht wenig, um es einmal verhalten auszudrücken! Noch dazu verdienen heute auch viele Menschen ihr Brot damit, den Kinderwunsch anderer Leute zu erfüllen - man denke an die gigantischen Industrien der Partnervermittlung, künstliche Befruchtung,Geburtsvorbereitung und Kindererziehung! Keine Kinder zu wollen bedeutet für diese Geschäftsmodelle, dass ihnen schlicht die Kundschaft ausgeht. Ganz zu schweigen davon, dass die kommende Kundschaft ja auch wegfällt, weil nie gezeugt. Doch letzten Endes sorgt es nur für Konflikte in der Familie, wenn jemand sich nicht fortpflanzen will und der Rest der Familie sie oder ihn in der Bringschuld sieht.

Einstweilen kann es der ein oder anderen Frau helfen, die eigenen Werte und Grenzen möglichst gut zu kennen und notfalls darauf hinzuweisen, dass jemand anderes gerade im Begriff ist, sie zu überschreiten?! Leichter gesagt als getan, ich weiß.

 

Aus diesem Grund befasse ich mich in der nächsten Artikelserie einmal genauer mit diesen ominösen Werten, wo sind unsere individuellen Grenzen und wie schaffen wir es, dass sie einfach mal respektiert werden? Ein spannendes Thema wartet auf euch!!